Schutzgemeinschaft Heiligenberg und Handschuhsheimer Geschichtswerkstatt e.V.

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Tod des letzten Handschuhsheimers

Sonsten aber seint bei diesem Fest zwen Mörde geschehen, der eine den 8. December an Einem Buchdruckergesellen aus Meichsen....

c. Der Ander, An weilandt des Edlen Heinrichs von Handschuchsheim Sohn, den er neben einer Dochter im Leben hinder sich gelassen gehabt, Einen Jüngling von ungeferlich 16 Jaren auch einen Eintzigen Sohn Seiner Mutter, so gleichfalls Eine wittib, undt Er der letzte Seines Stammes unndt Namens gewesen, welcher den 21. Decembris 5) Nachts zu Hoff Eines wehrtausches halber mit dem Hirschörner von Zwingenberg uneins undt stössig wordenn, der Ihm hernach hierunder in der stadt uf dem Marck tückischer weis unversehens unndt gantz unredtlich oben am dicken theil des schenkels so tief hineingestochen, das das wher beinahe undten am Knie wieder herausgegangen, unndt Ihme das wher also im Schenkel stecken lassen, daruff als der von Handschuchsheim zu Ihme gesagt, Zweigenberger Du hast mich gestochen wie ein Schelm aber ich will dirs verzeihen, ziehe mir das wher wider heraus, ist er herzugelauffen unnd hat Ihme erst dasselb gantz grausamer abscheulicher Mörderischer weis in den wunnden herumbgedreet und Ihme also damit die Adern alle zerschnitten, das man hernacher das Blut nit stillen können, dergestalt, daß er in die 20 tage lang große Qual erlitten unndt endtlich den 31. Decembris in unsäglichem schmertzen, mit großem Durst, nachdem ein hitziges Fiber darzugeschlagen gewesen, in gedult Stil unndt christlich verschieden und den 8. Januarij des 1601 Jars Nach Mittag um 12 Uhre von hinnen aus mit großer Solemnitet über die Neckarbrücke beleite fürters nach Handschuchsheim gefürt unndt daselbst mit Schilt unndt Helm als der Letzte Seines Geschlechts, beineben dem wher damit er gestochen gewesen, stattlich begraben wordten.

5) Aus dem Nachfolgenden erhellt, daß es hier eigentlich 11. December heißen sollte; vielleicht eine Verwechslung der Zeitbestimmung nach dem alten und neuen Calender.

Aus: Archiv für die Geschichte der Stadt. Eine Vierteljahresschrift, hg. von Hermann Wirth. 3 Bände. Heidelberg 1868-1870, Band 1, S. 140ff.

(Es handelt sich um Johann V. (Hans) von Handschuhsheim und Friedrich von Hirschhorn. Das Fest am Hofe Kurfürst Friedrichs IV. war die Doppelhochzeit des Hofmeisters der Kurfürstin und des Heidelberger Burgvogts.)

Grabinschrift des letzten Handschuhsheimers