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Rede des Oberbürgermeisters Dr. Carl Neinhaus zur Grundsteinlegung der Thingstätte, 30. Mai 1934

„Mit zwei weithin sichtbaren Werken verleiht das nationalsozialistische Heidelberg seinem Sein den Sinn großer deutscher Zeiten; mit dem Heldenfriedhof südlich des Neckars verewigt es das Gedenken an den großen Krieg und an seine in ihm gefallenen Söhne; mit der Thingstätte am Heiligen Berg beschwört es den Geist germanisch-heldischer Vorzeit. Als symbolhafter Ausdruck solch verjüngenden Tuns soll gelten, daß Ehrenfriedhof und Thingstätte auf freien Höhen gelegen sind, und daß zum ersten Male in der städtischen Geschichte die den Göttern näheren Berge in den Dienst an volkhaftem Erleben hineingestellt werden. Mit vollem Bewußtsein entfernt sich so das städtische Sein in diesen beiden geweihten Stätten von dem Gewirr der Straßen und Gassen, von der Lieblichkeit des Tales und von der romantischen Ruine der Burg; in vollem Bewußtsein gräbt die Stadt ihrem ausdrucksvollen schicksalskundigen Gesicht neue heldische Züge ein: Ehrenfriedhof und Thingstätte, räumlich getrennt voneinander und doch eines Wollens gedoppelter Ausdruck, aus Erde und Stein sich formende Gestaltung des erneuernden Denkens, das uns alle trägt und erfüllt, aus dem heraus auch heute unser erster Gruß seinem Schöpfer, unserem großen Führer, gilt. (...)

Und wie heute, an diesem festlichen Tage, der Heilige Berg zu uns zu reden beginnt, so wird auch die Ebene vor unseren Augen lebendig. Es formen sich die Züge der Cimbern und Teutonen, der Alemannen und Franken, der Kelten und Römer, die einst vor hervorbrechender germanischer Volkskraft das Feld räumen mußten. Es grüßen die Kaiserdome aus Speyer und aus der Nibelungenstadt. Es feiert mit uns zu unseren Füßen das weite badische Land, es winken vertraut die Berge der Pfalz, hinter ihnen breitet sich, mit besonders heißen Wünschen gegrüßt, das Schicksalsland des deutschen Westens, die stammesverwandte, uns besonders verbundene Saar.

Fürwahr, ein geweihter, ein Heiliger Berg! Aus seinem roten, blutfarbenen Sandstein wird nunmehr die volksnahe Stätte neuen Schauens und Hörens wachsen. Ein von aller bisherigen Theaterkultur verschiedenes Gebilde, das seine eigenen zukunftsreichen Gesetze lebt, das keine Kulissen und keine Ränge, keinen Klassenkampf und Standesdünkel mehr kennt, das die Kluft zwischen Dichter, Spieler und Zuschauer nicht mehr bestehen läßt, das in der Glut nationalsozialistisch-volkhaften Denkens uns alle zusammenschmiedet zu einer einzigen, großen politischen Gemeinschaft innersten Erlebens; aus Gestein und Erde dieses Berges wird die Stätte entstehen, in der kämpferische nationalsozialistische Erziehungsarbeit dichtester Gegenwart geleistet werden wird, die nach dem großen, von uns allen ersehnten Dichter und Gestalter ruft, die Stätte der großen völkischen, politischen und kultischen Feiern.

Von der jungen Mannschaft unseres Volkes in freiwilligem Ehrendienst aus deutscher Erde geschaufelt, aus dem Stein gesprengt und gehauen, erwächst diese Thingstätte am Heiligen Berg als wirksamste Waffe im Kampf um der deutschen Volkwerdung ureigenstes Geheimnis, im Ringen um den deutschen Mythos erwächst diese Thingstätte zur jungen Künderin und Priesterin im Dienst am ewigen, heiligen Volk und Reich der Deutschen und vor allem an seiner Jugend...“

(Heidelberger Volksblatt, 1. Juni 1934)

Aus der Rede des Oberbürgermeisters Dr. Carl Neinhaus zur Einweihungsfeier der Thingstätte, 22. Juni 1935

„In den kurzen Jahren, die nach der nationalsozialistischen Revolution ins Land gegangen sind, hat die Stadt Heidelberg zwei große weithin sichtbare Werke geschaffen: den Ehrenfriedhof auf den Hängen südlich des Neckars, die Thingstätte auf den Bergen nördlichdes Tals. Beide auf lichtumspülten, waldumrauschten Bergen gelegen, näher den Wolken und Sternen, geformt aus heimischer Erde und heimischen Stein, beide des gleichen heißen nati-onalsozialistischen Glaubens und Wollens gestalteter Ausdruck. Der Ehrenfriedhof: geweiht dem Gedenken an unsere gefallenen Helden, die Thingstätte: bestimmt und heute bereit zur Aufnahme der großen richtunggebenden Feiern der Bewegung. Der Ehrenfriedhof, errichtet zur Bewahrung des letzten ruhmreichen Stückes deutscher Vergangenheit, die Thingstätte zur Gestaltung deutscher Zukunft berufen. Der Ehrenfriedhof, geweiht der Generation der Soldaten des großen Krieges, die Thingstätte, geweiht den lebenden Trägern der Bewegung und des Volkes, vor allem aber seiner Jugend. Beide großen Werke aber wollen Festungen des Geistes sein, wie sie der Reichsstatthalter und Gauleiter in Baden den Festungen aus Zement und Stahl längs unserer Grenze entgegensetzen will. Beide Werke sind entstanden aus der gleichen kämpferischen Haltung geistiger Wehrhaftigkeit; mit ihnen werden dem Gesicht der Stadt neue heldische Züge eingeprägt. Und so wölbt sich dem tiefer schauenden Auge gerade an diesem Abend, an dem die Thingstätte ihrer Bestimmung übergeben werden soll, von Berg zu Berg über dem Tal und dem Gewirr der Straßen und Gassen, von Ehrenfriedhof zu Thingstätte, von Thingstätte zu Ehrenfriedhof, die unsichtbare Brücke, auf der die Soldaten des großen Krieges und die Soldaten der Bewegung zu stummen Schwur die Hand sich reichen, zum Schwur für Deutschlands Größe und Ehre.“

(Heidelberger Tageblatt, 24. Juni 1935, Nr. 144)