Schutzgemeinschaft Heiligenberg und Handschuhsheimer Geschichtswerkstatt e.V.

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Historische Grenzsteine im Handschuhsheimer Wald

Gerd Klumb


Ein Auszug aus dem Schriesheimer Zentbuch, die Handschuhheimer Flur und den Wald betreffend: „Dieseß Dorf Gemarkung grenzt gegen morgen an die Centhallment, gegen mittag an newenheimer, gegen abend an den Neckar, liegt an der Bergstraßen, welche Straßen durch das Dorf gehet. Dessen Gemarkung folgender Gestalt understeinet, allermasen solche in anno 1686 bei geschehenem Umgang erneuert, und beschrieben worden, und hat man jeden, so mitgegangen vor einen Cräutzer Weck und eine halbe maaß Wein gereicht“.

Im Zentbuch werden 76 Grenzsteine beschrieben, davon stehen 52 Steine in der Waldflur. 1608, bei der ersten Aufteilung des Allmendwaldes, wurden von der Zentallemend 15 Steine [...]. Die ältesten, zwei roh zugehauene Steine, stehen auf dem Hohen Nistler. Die beiden im Schriesheimer Zentbuch beschrieben Steine grenzten den Handschuhsheimer vom Dossenheimer Allmendwald ab. Sie blieben erhalten, obwohl 1791 daneben neue Markungssteine gesetzt wurden.

Durch die Erweiterung der Waldflur 1791/93 und 1883 mußten die Grenzen neu festgelegt werden. Alte Grenzsteine fanden zum Teil als Banksockel (Neuenheimer Schweiz) Verwendung, andere, nachdem sie überarbeitet waren, wieder als Grenzmarken.

Einige nicht oder wenig überarbeitete Steine geben dem Betrachter Rätsel auf. So steht im Wolfsgrundgraben an der Grenze zu Dossenheim ein Stein mit einem Wappenschild und den Buchstaben „WH“ auf der Dossenheimer Seite. Auch dieser Stein fand nach Ankauf des Heiligenbergwaldes neue Verwendung. Versehen mit der Dossenheimer Grenzmarke zwischen dem „W“ und dem „H“ wurde er als Markungsstein im Wolfsgrundgraben eingesetzt. Zur Klarstellung: Das Handschuhsheimer Waisenhaus hatte nie Waldbesitz im Dossenheimer Gemeindewald. So besaß auch die Gemeinde Neuenheim keine Wiesen im Mühltal, wie ein Grenzstein mit den Buchstaben „CN - GN“, „Centwald - Gemeinde Neuenheim“, bei den Talwiesen am Buchbrunnen vermuten ließe.

Beim Abgehen der Waldflur haben wir die auf der Waldkarte eingezeichneten Grenzsteine überprüft. Leider sind viele Steine sind nicht mehr auffindbar. Einige entnommene Steine wurden zurückgegeben, und wieder an ihrem alten Standort aufgestellt. Die mit dem Handschuhsheimer Wappen versehenen Grenzsteine habe ich nach gründlicher Reinigung neu ausgemalt. Diese Kleindenkmale sind Schmuckstücke die von den Waldbesuchern erfreut wahrgenommen werden.