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St. Vituskirche Handschuhsheim

Die St. Vituskirche in Handschuhsheim ist in ihrem Kern das älteste Gotteshaus in Heidelberg. Reste einer karolingischen Anlage (dem hl. Nazarius geweiht) finden sich im Boden. Teile eines zweiten, frühromanischen Baus (1053-1057 unter Abt Arnold von Lorsch errichtet) stecken noch in der heutigen Anlage (Westwand des Langhauses, Chorbogen, Nikolauskapelle, Krypta). Um 1200 wurde das Langhaus zu einer gotischen dreischiffigen Basilika erweitert. 1267 wird erstmals der hl. Vitus als Patron der Kirche genannt. 1483 wurde die Kirche spätgotisch umgebaut. Aus dieser Zeit datiert die Südwand und der polygone Chor.

Bei der Besetzung, Plünderung und Verbrennung der Dörfer Handschuhsheim und Dossenheim durch Engelhard von Neipperg, Vogt des Kurfürst Friedrich I. zu Heidelberg, am 3. April 1460 stürzte der Turm westseitig ein. 1483: Spätgotischer Umbau. Niederlegung des nördlichen Seitenschiffes, Anlage einer Empore für die Nonnen des benachbarten Augustinerinnenklosters, gotischer Ostchor mit 5/8 Schluß. Rippenkreuzgewölbe und Fenstermaßwerke sind von 1629.

Seit dem Bergsträßer Rezeß vom 24. September 1650 (bis 1907) wird die Kirche als Simultankirche von Katholiken (Chor) und Reformierten (Langhaus) gemeinsam benutzt.

1933/1934 fand unter Pfarrer Rudolf (†1954) nach den Plänen des Architekten Franz Sales Kuhn im Zuge einer Erweiterung eine Umorientierung des Schiffs durch einen Anbau nach Norden hin statt, so daß ein flach gedeckter Saal mit seitenschiffähnlichen Anbauten entstand. 1934 wurde eine Orgel der Fa. Carl Heß, Bruchsal, eingebaut (1938 umgebaut). Altäre: Konrad von Parzham, Mutter Gottes von der immerwährenden Hilfe. Am 4. Oktober 1936 wurde die Kirche durch Weihbischof Wilhelm Burger neu geweiht. 1942 wurden die Glocken zum Einschmelzen vom Turm geholt. Am 30. September 1951 wurden die neuen Glocken durch Abt Ohlmeyer geweiht. 1954-1977 Pfarrer Walter Berthold.

1961-1972 Innenrenovation in mehreren Etappen und Umgestaltung der Choranlage. Die Altarzone und der Chor wurden umgestaltet: Der Altar wurde näher zur Gemeinde gerückt, die Kommunionbank entfernt. Neue Statuen: St. Antonius, St. Vitus, St. Josef (Emil Sutor, Karlsruhe). Die zugemauerten romanischen Fenster mit Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert wurden freigelegt (St. Ottilia, St. Apollonia, St. Wendelin, St. Jakobus, Auferstehung). 1962: Kreuzweg (Bronze), Altarkreuz, Leuchter, Taufsteindeckel (Karl Rißler, Freiburg). 1964: farbige Glasfenster (Valentin Feuerstein, Neckarsteinach). Weihe der großen Glocke Johannes XXIII. 1970: Ersetzung des Holzaltars im Chor durch einen Steinaltar. Im September 1970 wurden beim Einbau der Heizung im Schiff der Kirche 5 alte Grabsteine gefunden (datiert zwischen 1376 und 1584). 1972: Wandteppich anstelle der neunnischigen Chorwand von Inge Heintze-Kress, Kaufbeuren (Bildthema: Offenbarung Johannis 4,3ff. und 4,11).

1972: Neugestaltung des alten Wegkreuzes vor der Kirche zum Gedächtnis der Gefallenen durch Bildhauer Helmut Waldherr. 1977: Pfarrer A. Schneider.

1980: Renovierung der Kirche. Ausbau einer größeren Orgelnische in der Turmwand. Restaurierung des alten Chors. 26. Oktober 1980: Weihe der neuen Vleugels-Orgel. 1984: Renovierung der alten Sakristei (Nikolausfenster)

2005-2006: Renovierung der Kirche (Dach, Fassade, Turmhelm).

Die Kirche enthält eine Reihe von Grab- und Gedenksteinen der Ritter von Handschuhsheim aus Spätgotik und Renaissance.

Links zu St. Vitus

Hans von Handschuhsheim