Schutzgemeinschaft Heiligenberg und Handschuhsheimer Geschichtswerkstatt e.V. 

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Eugen Holl

Das Tiefburgarchiv in Handschuhsheim

Als im Jahre 1970 der Mieter im 3. Obergeschoß der Tiefburg ausgezogen war, machte man sich im Vorstand des Stadtteilvereins Gedanken darüber, wie die freigewordenen Räume in Zukunft genutzt werden sollten. Drei Zimmer umfassen den gesamten Hausgrundriß von 9 x 7Metern, abzüglich eines Vorraumes von 15m2 = 48 m2. Ein Raum hat also eine Fläche von 16m2.

Der alte Wunsch, ein Handschuhsheimer Museum einzurichten, konnte leider nicht verwirklicht werden, denn dazu war der vorhandene Raum zu klein. Außerdem waren die sanitären Anlagen unzureichend. Dies hat sich inzwischen dahin geändert, daß die Räume mit einer ordentlichen Heizung ausgestattet sind. Nachteilig ist auch der Umstand, daß die Räume im Satteldach des alten „Wohnturms“ liegen und keinen Kniestock haben. Die Fläche für Stellwände ist also sehr begrenzt. Der Stadtteilverein hat sich damals für eine Sammlung heimatbezogener Literatur, Fotos, Dokumente etc. entschieden. Der damalige Vorsitzende des Vereins Willi Kücherer und ich waren von „unserer“ Idee begeistert. Fleißig wurde in Antiquariaten eingekauft; auch aus der Handschuhsheimer Bevölkerung kamen viele Leihgaben. Den Grundstock jedoch bildeten einige Bücher und alte Festschriften aus der „Heimatstube“ (heute Rittersaal), die Fritz Frey schon 1957 ins Leben gerufen hatte. Die damals von Dr. Keidel (Rosenapotheke) gestifteten Vitrinen werden heute noch genützt. Unser zwischenzeitlich verstorbener Schriftführer, unser Ehrenmitglied Gerhard Kindt, hat nach Aufgabe seines Uhren- und Schmuckgeschäftes dem Stadtteilverein sehr praktische Schränke und Regale zum Geschenk gemacht.

So war nun um 1971/72 ein heimatkundliches Archiv(chen) entstanden, das so manchen Besucher in Erstaunen versetzte. Aus beruflichen Gründen mußte ich die Führung des Archivs von 1980 bis 1995 aus der Hand geben.

Frau Dr. Perkow und später Herr Franz Strubel haben das „Geschäft“ weitergeführt. Ihnen beiden ist es zu verdanken, daß der Bestand geordnet beisammen blieb. Für Interessierte war das Archiv in dieser Zeit nicht zugänglich.

Unter dem jetzigen Vorsitzenden des Vereins Martin Hornig kam ich wieder zu „meinem“ Archiv. Seit Eröffnung der 6. „Hendsemer Art“ am 24. August 1996 ist es an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat von 11.00 bis 12.30 Uhr für jedermann zugänglich. Das Archiv des Stadtteilvereins Handschuhsheim ist inzwischen mit ca. 1300 Bänden heimatkundlicher Literatur bestückt und wie folgt gegliedert:

Bücher und Schriften, Fotos, Pläne, Gegenstände, Bilder

1. Handschuhsheim - Neuenheim - Heiligenberg

2. Heidelberg mit Universität und Schloß

3.Landkreis (Heidelberg und Umgebung)

4.Serien (Neues Archiv -Geschichtsblätter Kreis Bergstraße -Odenwald und Randlandschaften -Kurpfälzer Jahrbücher -Mannheimer Geschichtsblätter, und anderes mehr).

5. Orts- und Landeskunde allgemein

6.Belletristik - Heimatbezogene Romane, Novellen, Erzählungen

7.Mundart

8.Geschichte - Militär

9.Lieder

10.Festschriften Handschuhsheimer Vereine

11.Badische Heimat - Adreßbücher

12.Kunst

13.Urkunden Handschuhsheim betreffend —auch Lorscher Codex

14.Fotos - kleinere Dia-Vorträge

15. Hängende Bilder und Ofenplatten

16.Pläne und Karten (Handschuhsheim -Neuenheim - Heidelberg)

17.Gegenstände

Außerdem wird ein Zeitungsarchiv unterhalten in folgenden Ordnern:

Handschuhsheim vor 1903

Steinberg

Handschuhsheim nach 1903

Heidelberg

Heiligenberg

Kloster Lorsch

Sankt Vituskirche

Neuenheim

Tiefburg

Land und Leute

Schlößchen

Verschiedenes

Eine kleine „Handschriften“-Vitrine wird wie ein Augapfel gehütet: Almosenbuch 1694-1695, Familienbuch 18.-19. Jhdt., Erbbestandsbuch 1840, Schulbefehlsbuch 1841-1910 und einiges mehr (bes. im religiösen Bereich).

Durch die kürzlich erworbene Buch- und Schriftenreihe der Stadt Heidelberg und Sonderveröffentlichungen des Stadtarchivs sind wir auch mit Literatur der jüngsten Geschichte gut bestückt.

Wir wissen nicht alles, und wir haben nicht die Unterlagen wie ein Stadtarchiv. Trotzdem freuen wir uns auf Ihren Besuch.

Aus: Heidelberg - Jahrbuch zur Geschichte der Stadt 3/1998, S. 305 ff.

(Das Tiefburg-Archiv ist jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 11 bis 12.30 geöffnet)

http://www.tiefburgarchiv.de/ (digitales Tiefburgarchiv)